Offenbar ist in der Praxis allerdings nicht viel passiert, so die Website TechCrunch.com. So teilte ein freier Mitarbeiter, der die Arbeit mit dem Unternehmen koordiniert, TechCrunch im Dezember mit, dass das Tool in der Vergangenheit mit OpenAI diskutiert wurde, es aber in letzter Zeit keine Aktualisierungen gegeben habe.
Es gibt wohl schon jetzt die Möglichkeit eines Opt-Outs, aber das Formular für Bilder erfordert die Übermittlung einer Kopie jedes Bildes, das entfernt werden soll, zusammen mit einer Beschreibung - ein mühsamer Prozess, bei einer größeren Bilderanzahl nicht umsetzbar. Der Media Manager wurde als komplette Überarbeitung – und Erweiterung – der heutigen Opt-out-Lösungen angepriesen. In der Ankündigung im Mai sagte OpenAI, dass der Media Manager »modernste Forschung im Bereich des maschinellen Lernens« nutzen würde, um Urheber*innen und Eigentümer*innen von Inhalten die Möglichkeit zu geben, »[OpenAI] mitzuteilen, was ihnen gehört«. OpenAI behauptete, dass bei der Entwicklung des Tools mit Regulierungsbehörden zusammen gearbeitet werde und dass man hoffe, dass der Media Manager »einen Standard in der gesamten KI-Branche setzen« werde.
Seitdem hat OpenAI hat den Media Manager nicht wieder öffentlich erwähnt. Ein Sprecher teilte TechCrunch mit, dass sich das Tool im August noch in der Entwicklung befand, reagierte aber nicht auf eine weitere Anfrage Mitte Dezember. TechCrunch zitiert auch Ed Newton-Rex, Gründer von Fairly Trained, einer gemeinnützigen Organisation, die KI-Firmen zertifiziert, die die Rechte der Urheber*innen respektieren. Er glaubt, dass der Media Manager die Verantwortung der Kontrolle des KI-Trainings unfairerweise auf die Urheber*innen verlagern würde. Wenn sie es nicht nutzen, könnten sie stillschweigend die Nutzung ihrer Werke genehmigen. »Die meisten Urheber werden nie etwas davon hören, geschweige denn es nutzen«, sagte er gegenüber TechCrunch. „Aber es wird trotzdem benutzt werden, um die massenhafte Ausbeutung von kreativen Werken gegen den Willen der Urheber zu verteidigen.“ Für uns Fotograf*innen bleibt also das Problem, dass wir gar nicht wissen, wo im Netz unsere Bilder gezeigt werden. Der Urheberrechtsanwalt Joshua Weigensberg sagt dazu: »Die Urheber und Urheberrechtsinhaber haben keine Kontrolle darüber, wo ihre Werke im Internet erscheinen, und wissen es oft nicht einmal. Selbst wenn ein Urheber jeder einzelnen KI-Plattform mitteilt, dass er aus dem Training aussteigt, können diese Unternehmen trotzdem mit Kopien seiner Werke trainieren, die auf Websites und Diensten Dritter verfügbar sind.« |